Wie Künstliche Intelligenz zur Bedrohung für Informationsdienstleister werden kann
- 25. November 2025
- SEO-Blog
Jahrzehntelang galt: Wer Wissen teilt, gewinnt Sichtbarkeit. Doch in der neuen Ära der Künstlichen Intelligenz geraten genau diese Wissensanbieter zunehmend unter Druck. Denn die KI nutzt ihre Inhalte und demnzufolge sinken die Besucherzahlen. Warum das eine existenzielle Bedrohung für Informationsdienstleister sein kann – und wie sich Unternehmen darauf vorbereiten sollten.
1) Wenn Wissen seine Sichtbarkeit verliert
Früher waren es die hochwertigen, einzigartigen Informationen, die eine Website bei Google ganz nach oben brachten. Der Deal war klar: Wer nützliche Inhalte veröffentlichte, erhielt Sichtbarkeit, Reichweite und damit Umsatz. Dieses Gleichgewicht hat sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz grundlegend verschoben.
Heute ziehen sich Sprachmodelle wie ChatGPT oder Google Gemini ihre Antworten direkt aus bestehenden Online-Inhalten. Das Problem: Die Ursprungsquelle – also der eigentliche Ersteller – wird dabei häufig gar nicht mehr genannt. Nutzer erhalten die Information bereits im Chat oder in der KI-Antwort, ohne überhaupt auf die ursprüngliche Seite zu klicken.
Gerade für Medienschaffende, Blogger und Unternehmen, die auf Impressionen und Klicks angewiesen sind, ist das eine gefährliche Entwicklung. Denn weniger Klicks bedeuten weniger Werbeeinnahmen, geringere Reichweite – und in letzter Konsequenz wirtschaftlichen Druck.
Wie die WirtschaftsWoche jüngst berichtete, sagt selbst Statista-Gründer Friedrich Schwandt: „Wenn mein Geschäft auf Google angewiesen wäre, wäre ich sehr nervös.“
2) Das Beispiel Statista: Vom Informationsanbieter zum Informationsprodukt
Statista ist ein Paradebeispiel dafür, wie man auf diese Entwicklung reagieren kann. Das Unternehmen verstand früh, dass reine Informationsbereitstellung langfristig kein tragfähiges Modell bleibt. Stattdessen machte Statista aus seinen Daten ein eigenständiges Produkt – mit klaren Lizenzrechten und Bezahlschranken.
Diese Strategie war entscheidend. Denn Statista konnte dadurch selektiv entscheiden, welche Informationen öffentlich zugänglich sind und welche exklusiv bleiben. Genau das machte das Unternehmen attraktiv für Partnerschaften mit KI-Anbietern: Nur wer eigene, geschützte Daten kontrolliert, kann sie sinnvoll lizenzieren.
Das zeigt: Informationsdienstleister müssen umdenken. Inhalte, die offen und kostenlos verfügbar sind, können künftig von KI-Tools verarbeitet werden – ohne, dass der ursprüngliche Autor davon profitiert. Wer jedoch einzigartige, exklusive oder interpretative Informationen anbietet, kann daraus ein wertschöpfendes Produkt entwickeln.
3) Reine Informationsportale stehen vor einem Wendepunkt
Ob Nachrichtenportale, Fachblogs oder Datenanbieter: Die größte Gefahr für viele von ihnen liegt darin, dass die KI die Nachfrage nach ihren Inhalten absorbiert, bevor sie überhaupt aufgerufen werden. Chatbots liefern direkte Antworten, Suchmaschinen zeigen KI-generierte Snippets, und Nutzer bleiben auf der Plattform des KI-Anbieters.
Das bedeutet: Informationsdienstleister müssen sich fragen, ob sie ihr Modell anpassen können – und wenn ja, wie. Ein Ansatz besteht darin, Inhalte in Produkte oder Dienstleistungen zu überführen, etwa durch:
- Premium- oder Abo-Modelle mit vertiefenden Informationen,
- interaktive Reports, Studien oder Whitepaper,
- Beratungsleistungen auf Basis eigener Daten,
- oder exklusive Community-Angebote mit Expertenaustausch.
Damit aus Wissen wieder Wert entsteht, braucht es also Struktur, Mehrwert und strategische Zugangskontrolle. Die Zeit des „Alles kostenlos für Reichweite“ ist vorbei.

4) Wie KI langfristig auch eine Chance sein kann
So bedrohlich diese Entwicklung auch wirkt – sie kann Unternehmen dazu zwingen, nachhaltiger zu denken. KI wird nicht verschwinden, aber sie wird Unternehmen dazu bringen, ihre Inhalte gezielter zu schützen, zu lizenzieren und zu differenzieren. Wer heute klare Informationsarchitekturen aufbaut und Inhalte mit echtem Expertenwert produziert, kann auch in Zukunft profitieren.
Ein lesenswerter Beitrag dazu findet sich bei Think with Google: Er zeigt, wie sich die Suchlandschaft durch KI verändert und warum Marken künftig strategischer über Sichtbarkeit nachdenken müssen.
5) Fazit: Informationsanbieter müssen handeln – jetzt
Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell auf Informationen, Wissen oder Content stützen, sollten dringend prüfen, wie angreifbar sie durch KI bereits sind. Wer Inhalte offen, kostenlos und unstrukturiert veröffentlicht, läuft Gefahr, dass die eigene Arbeit künftig nur noch als Datenquelle für KI-Systeme dient.
Die Frage, die sich jedes Informationsunternehmen jetzt stellen sollte, lautet: Lässt sich aus Wissen ein Produkt formen? Vielleicht in Form eines E-Books, eines Kurses, eines Beratungsangebots oder eines datenbasierten Dashboards. Wer diesen Schritt wagt, kann sich – wie Statista – von der reinen Informationsverbreitung hin zur aktiven Wertschöpfung entwickeln.
Wenn Sie dabei Unterstützung brauchen, Ihre Inhalte und Themen strukturiert zu analysieren oder neue Produktansätze zu entwickeln, helfe ich Ihnen gern mit gezielten Keyword-Recherchen und SEO-Analysen, um Chancen zu erkennen und nachhaltige Strategien zu entwickeln.
Über den Autor
Tobias Schiller ist SEO-Berater, Content-Stratege und WordPress-Experte aus Wernau bei Esslingen. Seit 2008 optimiert er Websites, Blogs und Online-Shops für Unternehmen, Selbstständige und Agenturen in Deutschland und weltweit.
Er hat einen Bachelor of Arts in International Business Communication (Marketing) an der AKAD University Stuttgart abgeschlossen und seine Abschlussarbeit der Evaluierung von Suchmaschinenmarketing-Werkzeugen gewidmet. Zusätzlich veröffentlicht er ein SEO-Fachbuch und betreibt den SchillerMedia SEO-Podcast.
Über SchillerMedia
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